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Was tun bei Corona Verdacht und wie ist das mit einem Corona Test?

Die Corona Pandemie bringt Angst und Verunsicherung mit sich. Jeden Tag wird über steigende Zahlen berichtet und regelmäßig gibt es neue Regelungen und Verordnungen. Was ist erlaubt, was verboten? Mit welchen Symptomen ist es empfehlenswert, sich testen zu lassen? Wo wird ein Corona Test durchgeführt? Wer muss in Quarantäne und wie lange? Fragen über Fragen, die den ein oder anderen verständlicherweise verunsichern. Hier gibt es einen Überblick über die aktuelle Situation rund um die Abläufe bei der Durchführung von Corona Tests. 

Symptome einer Covid-19 Erkrankung 

Was sind eigentlich die genauen Symptome einer Corona Infektion? Und was muss getan werden, wenn diese Symptome auftreten? Erst einmal ist es nicht so, dass bei jedem die gleichen Krankheitssymptome auftreten. Es gibt auch Personen, die am Corona Virus erkrankt sind und keinerlei Anzeichen gezeigt haben. Fünf bis sechs Tage nach der Ansteckung treten in der Regel die ersten Krankheitsanzeichen auf. Die typischen Symptome einer Corona Infektion sind: 

  • Husten (42 %) 
  • Fieber (33 %) 
  • Schnupfen (23 %) 
  • Geruchs- und Geschmacksstörungen (17 %) 
  • Pneumonie (2 %) 

Aber auch andere Symptome können auf eine SARS-CoV-2 Infektion hindeuten: 

  • Kopf- und Gliederschmerzen 
  • Schläfrigkeit 
  • Somnolenz (Bewusstseinsstörungen) 
  • Atemnot und/oder Kurzatmigkeit 
  • Halsschmerzen 
  • Hautausschlag 
  • Bauchschmerzen 
  • Magen-Darm-Symptome (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) 
  • Konjunktivitis (Bindehautentzündung) 
  • Geschwollene Lymphknoten 
  • Appetitlosigkeit 
  • Gewichtsverlust 
  • Apathie 

Bei einem schweren Verlauf der Krankheit verschlechtert sich der gesundheitliche Zustand nach sieben bis zehn Tagen und die Lunge wird – durch die Entzündung im Körper – stark angegriffen. Dass es zu einem schweren Verlauf der Covid-19 Infektion kommt, ist bei Menschen mit Vorerkrankungen wesentlich wahrscheinlicher, als bei vollkommen gesunden Menschen. Aus dem Grund gehören diese Menschen zur Risikogruppe. 

Wer gehört eigentlich zur Corona Risikogruppe? 

Nicht nur vorerkrankte Personen gehören zur sogenannten Risikogruppe, bei denen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf besteht. Durch ihr weniger gut reagierendes Immunsystem, steigt das Risiko eines schweren Verlaufs bei Menschen über 50 deutlich an. Aber auch Personen mit chronischen Erkrankungen wie Erkrankungen der Atemwege, Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen der Nieren und der Leber oder Krebserkrankungen gehören zur Risikogruppe. Faktoren wie Rauchen und Übergewicht können das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ebenfalls erhöhen. Besonders bei älteren Personen mit zusätzlichen Vor- oder Grunderkrankungen erhöht sich das Risiko, da mehrere Risikofaktoren zusammenkommen. Wenn das Immunsystem durch die Einnahme von Medikamenten, z. B. Cortison, die die Immunabwehr unterdrücken, geschwächt wird, besteht ein höheres Risiko. Männer und Frauen sind von einer Corona Infektion ungefähr gleich häufig betroffen. Männer erkranken jedoch häufiger schwer und sterben laut einer Übersichtsarbeit doppelt so häufig an Covid-19 wie Frauen. 

Nach wie vielen Tagen äußern sich die Symptome des Coronavirus? 

Innerhalb von 14 Tagen, nachdem es einen Kontakt zu einer an SARS-CoV-2 erkrankten Person gegeben hat, können Krankheitsanzeichen auftreten. Die Inkubationszeit ist bei Corona jedoch sehr individuell und kann besonders bei einem schweren Krankheitsverlauf auch länger als 14 Tage dauern. Wer Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte, der sollte sich auch ohne vorliegende Symptome an das zuständige Gesundheitsamt wenden, das nach einer individuellen Befragung über weitere Maßnahmen entscheidet. 

Ich habe Symptome – Was tun? 

Personen, bei denen verdächtige Symptome auftreten, sollten diese auf jeden Fall ernst nehmen und sich auch bei leichten Anzeichen telefonisch an ihre Hausarztpraxis, an das örtliche Gesundheitsamt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der deutschlandweiten Nummer 116117 wenden. Während des Telefonates wird dann entschieden, wie es nun weiter geht. Bitte nicht einfach so beim Hausarzt vorbei gehen, denn das erhöht das Risiko, weitere Personen mit SARS-CoV-2 zu infizieren. In Notfällen, z. B. bei starker Atemnot, sollte direkt ein Notarzt über die 112 gerufen werden. 

Wer sollte sich testen lassen? 

Wer nur leichte Erkältungssymptome hat, keiner Risikogruppe angehört und auch keinen Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatte, wird erstmal nicht getestet. Eine endgültige Entscheidung wird aber von einem Arzt getroffen. Empfehlenswert ist es dann, zu Hause zu bleiben und möglichst wenig Kontakte zu haben. Das RKI empfiehlt, sich fünf Tage plus zwei Tage ohne Symptome in Selbstisolation zu begeben.  

Personen mit Erkältungssymptomen oder anderen, für eine Corona Infektion typischen Symptomen oder solche, die Kontakt zu jemandem hatten, der positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde, sollten sich telefonisch beim Hausarzt, der Nummer 116 117 oder beim Gesundheitsamt melden. Wer getestet wird, entscheiden die Kliniken sowie die Haus- und Amtsärzte bzw. Haus- und Amtsärztinnen. Sie orientieren sich dabei an den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI). 

Was wird beim Corona Test gemacht? 

Da sich die Viren in den Schleimhäuten im Nasen- und Rachenraum vermehren, wird bei möglichen Erkrankten ein Abstrich gemacht. Dieser wird an der Rachenhinterwand mit einem besonderen Tupfer genommen. Bei schwereren Verläufen kann es nötig sein, für den Test Sekret aus den tiefen Atemwegen zu entnehmen. 

PCR Test oder Antigen Test? 

Zurzeit gibt es zwei Testverfahren für den Nachweis einer SARS-CoV-2 Infektion: den PCR Test und den Antigen-Test. 

Bei der standardisierten PCR-Testung müssen die Proben nach dem Abstrich schnellstmöglich in ein Labor gelangen. Dort wird das Erbmaterial der Viren extrem vervielfältigt, dass es auf jeden Fall nachgewiesen werden kann, auch wenn geringe Virenmengen vorhanden sind. Dieses Testverfahren dauert ca. vier bis fünf Stunden zuzüglich Transport, Vorbereitungszeit und möglichen Wartezeiten.  

In den Point-of-care (PoC)-Antigen-Tests werden die Eiweißstrukturen des Corona Virus nachgewiesen. Hierbei wird die Probe eines Nasen-Rachen-Abstrichs auf einen Teststreifen gegeben und wenn das SARS-CoV-2 Virus in der Probe enthalten ist, reagieren die Eiweißbestandteile des Virus mit dem Teststreifen. Ist der Test positiv, kommt es zu einer Verfärbung auf dem Teststreifen. Der Zeitaufwand für diese Testverfahren beträgt ca. 30 Minuten. 

Die Antigen-Tests liefern, bei vergleichsweise geringen Kosten, in kürzester Zeit ein Testergebnis. Durch die leichte Handhabung des Antigen-Tests, ist es auch möglich, diese für eine Testung außerhalb eines fachspezifischen Labors zu nutzen. PoC-Antigentests können dabei helfen, möglicherweise infektiöse, aber asymptomatische Personen leicht zu identifizieren.  

Da Antigen-Schnelltests weniger empfindlich als PCR-Tests sind, ist eine größere Virusmenge notwendig, um ein verlässliches Ergebnis zu erhalten. Ein negatives Antigen-Testergebnis schließt also die Möglichkeit, dennoch mit Covid-19 infiziert zu sein, nicht aus. Zudem ist der Antigen-Test nicht so genau wie der PCR-Test. Beim Schnelltest kommt es viel häufiger vor, dass eine positiv getestete Person gar nicht mit Corona infiziert ist. Aus diesem Grund muss ein positiver Antigen-Test immer durch eine weitere PCR Testung bestätigt werden.

Wer wird bei Covid-19 Verdacht getestet? 

Das Testen von möglichst vielen Corona Verdachtsfällen zählt zu den wichtigsten Werkzeugen bei der Bekämpfung des Coronavirus. Daher wurden bereits zu Beginn der Pandemie zügig die Testkapazitäten auf- und ausgebaut. 

In Deutschland werden zurzeit folgenden Personen getestet: 

  • Personen, die Symptomen einer Covid-19 Infektion haben. 
  • Bei Personen die keine Symptome einer Corona Infektion haben, die aber engen Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatten, wird im Einzelfall entschieden, ob getestet wird. 
  • Personen, die in Schulen, Kitas, Flüchtlingsunterkünften, Notunterkünften und Justizvollzugsanstalten tätig sind, werden getestet, wenn in der Einrichtung eine mit dem Coronavirus infizierte Person ermittelt wurde. 
  • Bewohner und das Personal in Pflegeeinrichtungen, wenn es zu einem Ausbruch des Covid-19 Virus in der Einrichtung kam.  
  • Das Personal und die Patienten in Krankenhäusern und Arztpraxen, wenn es dort zu einem Corona Ausbruch kam. 
  • Die Mitarbeiter, Patienten, Betreute, Pflegebedürftige, Untergebrachte und Besucher von medizinischen und Pflegeeinrichtungen (stationär und teilstationär) haben einen Anspruch auf eine präventive und kostenlose Testung mit einen Antigen-Test, auch ohne, dass in der Einrichtung ein bestätigter Infektionsfall vorliegt.  

Corona-Test bei der Einreise nach Deutschland 

Wer sich in den letzten zehn Tagen vor seiner Einreise nach Deutschland in einem Risikogebiet aufgehalten hat, muss den Behörden einen Testnachweis vorlegen, oder sich testen lassen, sollte kein Nachweis vorhanden sein. Dieser Testnachweis muss ein negatives Testergebnis in Bezug auf eine Covid-19 Infektion bescheinigen. Dieser darf in einem elektronischen Dokument oder in Papierform, auf Deutsch, Englisch oder Französisch vorgelegt werden.  

Grundsätzlich gilt, dass sich Personen unmittelbar nach ihrer Einreise nach Deutschland in freiwillige häusliche Quarantäne begeben müssen, wenn sie sich in den letzten 10 Tagen vor der Einreise nach Deutschland in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Diese Isolation kann erst mit einem negativen Testergebnis und frühestens nach fünf Tagen aufgehoben werden.  

Was kostet ein Corona Test? 

Die Tests zu Covid-19 werden von der Gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt, wenn jemand Symptome hat, die auf eine Corona Infektion hindeuten. Auch die Tests, die durch den öffentlichen Gesundheitsdienst vorgenommen werden, werden über die Gesetzlichen Krankenversicherungen abgerechnet.  

Die testenden Labore erhalten für die Diagnostik pauschal 50,50 €. Darin ist der Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 und die allgemeinen Laborleistungen, Transportkosten und Versandmaterial enthalten. Wie hoch am Ende die Gesamtkosten für die gesetzliche Krankenversicherung sind, lässt sich heute noch nicht abschätzen. Das ist abhängig von der Entwicklung des Infektionsgeschehens und der Anzahl der durch den öffentlichen Gesundheitsdienst angeordneten Tests. 

Weitere Informationen zu den Corona Tests gibt es unter: 

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronatest.html

Kurz zusammengefasst 

Wer bei sich Krankheitssymptome an den Atemwegen feststellt und/oder Kontakt zu einer an Covid-19 erkrankten Person hatte, sollte sich telefonisch beim örtlichen Gesundheitsamt oder seinem Hausarzt melden. Dort wird die weitere Vorgehensweise abgestimmt. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall, sich ab diesem Zeitpunkt in freiwillige häusliche Quarantäne zu begeben, um keine weiteren Personen zu gefährden.  

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